Eine Fotosammlung findet ihren Weg nach Hause
In den 1960er Jahren kaufte das Museum für Kommunikation den Bestand der Engadin Press auf und übernahm ihn in die hauseigene Fotosammlung. Hintergrund der Übernahme waren nicht zuletzt zahlreiche Aufnahmen von Postkutschen, Poststellen und frühen Postautos im Engadin.
Die Engadin Press wurde 1902 von Hermann Tanner und seinem Vater Simon Tanner gegründet. Die fotobegeisterte Verleger-Familie dokumentiert Graubünden und die dort lebenden Menschen ab dem späten 19. Jahrhundert – eine Zeit, in welcher der Tourismus aufblüht, viele Bündner:innen noch in sehr einfachen Verhältnissen leben und Autos im Bergkanton noch verboten sind (bis 1925). Der Fotobestand gibt mit tollen Fotografien einen Einblick in Themen wie Tourismus, lokales Brauchtum, Landschaften und Ortsbilder. Auf zahlreichen Porträts werden die dort lebenden Menschen und ihr Alltag einfühlsam dokumentiert. Der Bestand umfasst über 40'000 Fotografien aus einem Zeitraum von 1880 bis 1950.
Auch die Fotostiftung Graubünden besitzt Abzüge und Originale des Engadin-Press-Bestands. Das Museum für Kommunikation und die Fotostiftung standen deshalb schon länger in Kontakt, um die Bestände abzugleichen. Im Museum für Kommunikation entschieden Direktion und Stiftungsrat deshalb, den Bestand an seinen Entstehungsort zurückzugeben.
Johannes Sauter vom Museum für Kommunikation in Bern gibt in diesem Vortrag einen Einblick in das Bildarchiv der Engadin Press und spricht über die Gründe für dessen Rückkehr nach Graubünden.