Bandwebstuhl
Objekt des Monats Juli 2026
Datierung: 1719
Herkunft: Schiers
Inventarnummer: VIII.287

Bei unserem Objekt des Monats Juli handelt es sich nicht etwa um einen Spiel-Webstuhl für Kinder. Der Bandwebstuhl dient – wie sein Name besagt – zur Herstellung von Bändern. Gewebte Bänder waren äusserst stabil und wurden vielfältig verwendet. Als Tragegurte konnten sie grosse Lasten aufnehmen, sie dienten als Pferdegeschirr und waren als gemusterte Bänder aus feinerem Garn auch für die Ausstattung von Kleidern beliebt.
Die Webtechnik des Bandwebstuhls ist so einfach wie effizient: Die Kettfäden werden von einer Spule abgerollt und abwechslungsweise durch die Löcher und Schlitze des Kamms geführt. Die Spule kann mit einer Sperre blockiert werden, die maximal 17 Kettfäden werden anschliessend von Hand gestrafft. Einmal durch Heben und einmal durch Senken der Fäden bildet sich vor dem Kamm jeweils ein Zwischenraum. Durch dieses «Fach» wird dann der Schussfaden mit dem Webschiffchen hin und her geführt. Mit dieser Technik kann innerhalb von kurzer Zeit ein Band gewebt werden. Kein Wunder, dass ein so praktisches wie einfaches Gerät in vielen Haushaltungen in ganz Europa zu finden war.
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