Schabstein oder Glättstein

Objekt des Monats August 2026

Datierung: 1. Hälfte 20. Jahrhundert
Herkunft: Tavanasa
Inventarnummer: H1962.434

schabstein

Zur Herstellung von Leder waren viele Arbeitsprozesse nötig. Nach dem Waschen der Tierhäute wurden die Haare gelockert und mit einem Schabmesser entfernt. Darauf folgte der Prozess des Reinigens der Häute. Der Schab- oder Glättstein diente zum Glätten der hochwertigen Narbenseite, der äusseren Seite der Haut, auf der das Fell wächst. Die gerundete Form des Schabsteins ergibt sich daraus, dass die Häute auf einem Baumstamm, dem sogenannten Stand- oder Gerberbaum bearbeitet wurden.
Graubünden ist reich an Vieh und Wild. Häute, Felle und Pelze waren wichtige Exportgüter, sie wurden aber auch in den einheimischen Gerbereien verarbeitet. Das Gerberhandwerk in Graubünden erhielt wie andernorts in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Konkurrenz durch industriell betriebene Gerbereien, die dank mechanisierter Produktion und neuen Gerbmitteln billiger produzieren konnten. Unser Schabstein stammt aus der Gerberei Caduff in Tavanasa. Diese war von 1870 bis 1950 in Betrieb und war eine der letzten im Kanton, die ihre Tore schloss.

 

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