Scheiben zum Scheibenschlagen
Objekt des Monats Februar 2015
Datierung: 1945
Herkunftsort: Untervaz
Inventarnummer: H1975.1358
Glühende Scheiben aus Buchenholz sind Teil des Brauches «Schiibaschlaha», der in Untervaz am ersten Fastensonntag stattfindet. Bereits nach Neujahr schlagen die Burschen im Wald die passenden Baumstämme. In der Werkstatt wird das Holz zugesägt, gespalten, durchbohrt und abgeflacht. Die Anzahl der Scheiben richtet sich nach dem Alter der Knaben und liegt zwischen zwei bis acht Dutzend. Zum Trocknen werden die Scheiben auf Schnüre aufgereiht und aufgehängt.
Sobald es am ersten Fastensonntag dunkelt, ziehen die Knaben und ledigen Burschen in weissen Kitteln mit Zipfelmütze und einem roten Halstuch zu den verschiedenen Scheibenplätzen am Berghang, wo Feuer entfacht werden. Sie stecken die Scheiben einzeln auf eine Rute, bringen sie im Feuer zum Glühen und schleudern sie mit Schwung von der hölzernen Abschussrampe ins Tal. Begleitet wird jede Scheibe von einer Widmung an ein Mädchen oder eine ledige Frau, welche die Burschen später im Dorf mit «Fasnachtschüechli» bewirtet.
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