Opferbüchse
Objekt des Monats März 2026
Datierung: 16./17. Jahrhundert
Herkunft: Graubünden
Inventarnummer: H1963.609
Das Almosengeben zur Unterstützung von Armen und Bedürftigen hat in vielen Religionen eine lange Tradition. Die Lehre der christlichen Moral schreibt es als Pflicht der Nächstenliebe vor. Solche Opferstöcke finden sich in allen Kirchen. Unserer ist aus Eisen gefertigt und hat einen Schlitz, um Münzen einzuwerfen.
«Fac illi duas alas, ieiunium et eleemosynam»
«Verleihe ihm zwei Flügel, das Fasten und das Almosen»
Das Zitat wird dem grossen Kirchenlehrer und Theologen des 4.–5. Jahrhunderts, Augustinus von Hippo, zugeschrieben. Er erklärt, dass das Gebet umso wirkungsvoller zu Gott steigt, je mehr es durch Fasten und Almosen begleitet wird. Der enge Zusammenhang von tätiger Nächstenliebe und dem Gebot des Fastens vor hohen kirchlichen Festtagen spielt in der christlichen Tradition bis in die Gegenwart eine wichtige Rolle. Vor Ostern, dem höchsten kirchlichen Fest, ist die 40-tägige Fastenzeit angesetzt. Die einen oder anderen mögen sich an die «Fastensäckli» der Hilfswerke erinnern, mit denen während der Fastenzeit Spenden gesammelt wurden.
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